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Susanna reizt nicht nur Händel


Eine starke Frauengestalt

Die Geschichte ist kurz erzählt: Susanna, schön und tugendhaft, und Joacim sind ein glücklich verheiratetes Paar. Die beiden trennen sich für einige Tage, da Joacim geschäftlich verreisen muß. In dieser Zeit versuchen zwei Mitglieder des Ältestenrats Susanna zu erobern. Sie lauern ihr ihm Bade auf. Susanna weist die Zudringlichkeiten der beiden vehement ab. Als die Öffentlichkeit diese Szene mitbekommt, wird Susanna als Ehebrecherin bloßgestellt und zum Tode verurteilt. Erst im letzten Moment wird sie gerettet. Der junge Israelit Daniel tritt wagemutig hervor und überführt die beiden Ältesten der Lüge. Joacim kehrt von seiner Reise zurück, und das Glück ist wieder da.

Diese altbabylonische Geschichte vertonte Händel 1749, in einer Zeit, in der auch die Oratorien Theodora(1749) und Solomon (1748) entstanden. Diese drei Oratorien stehen für eine Umorientierung in der Sujetwahl Händels. Bis dorthin waren nur heroische Oratorien, wie z.B. Judas Maccabaeus (1746) entstanden.

In Theodora steht eine Frau mit unerschütterlicher Glaubenskraft im Mittelpunkt, in Solomon werden gleich vier starke Frauen von Händel skizziert. Die Erzählung der Susanna passt sich somit gut in den Zyklus der Darstellung starker Frauen ein.

Musikalisch lebt das Oratorium von Rezitativen und Arien. Eingeschoben werden wenige Duette, Terzette und Chöre. Somit kommt der Titelfigur und deren Gemahl eine besondere Bedeutung zu. Elisabeth von Magnus singt die Rolle der Susanna klangschön, ausdrucksstark und sehr überzeugend. Auch gegen Ende des knapp dreistündigen Werkes ist sie weiterhin präsent. Das ist bei dem Altus Sytse Buwalda, der die Rolle des Joacim bekleidet, leider anders. Er singt zwar ebenso ausdrucksstark wie von Magnus, zeigt jedoch leichte Schwächen in der Höhe und Konditionsprobleme gegen Ende des Werkes.

Die Nebenrollen, mit Ruth Holton (Dienerin, Daniel), John Elwes (1. Ältester) und Tom Sol (Chelsias, 2. Ältester) besetzt, zeichnen sich durch stimmliche Präsenz und den passenden Ausdruck aus. Vor allem die Darstellung John Elwes´ als lüsternden Alten ist sehr gelungen. Leider kommt dem Chor in diesem Oratorium nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Das ist schade, denn was der Kölner Kammerchor abliefert, ist auf höchstem Niveau anzusiedeln. Ein ausgewogenes Klangbild, transparente Fugeneinsätze, perfekte Artikulation und Dynamik zeichnen diesen Chor aus. Auch nach sehr langen Pausen innerhalb des Werkes setzt der Chor stimmlich sicher ein.

Das Collegium Cartusianum, ein Orchester, das sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben hat, ist, unter der souveränen Leitung von Peter Neumann, Solisten und Chor ein ebenbürtiger Partner.


Von Anke Westermann





Cover

Georg Friedrich Händel:
Susanna
Oratorium HV 66



Susanna
Elisabeth von Magnus
(Mezzosopran)

Joacim
Sytse Buwalda
(Altus)

Dienerin, Daniel
Ruth Holton
(Sopran)

1. Ältester
John Elwes
(Tenor)

Chelsias (Susannas Vater),
2. Ältester
Tom Sol (Baß)

Kölner Kammerchor
Collegium Cartusianum
Ltg.: Peter Neumann

3 CD
MDG 332 0945-2
im Vertrieb von NAXOS


Da capo al Fine

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