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Sergej Rachmaninow
Sinfonie Nr. 3


Alterswerk eines Nostalgikers

Von Thomas Molke

Seit mehr als 35 Jahren beschäftigt sich Gabriel Feltz nun schon mit dem Werk des von ihm hoch verehrten russischen Komponisten Sergej Rachmaninow. Bereits 2007 erhielten die Stuttgarter Philharmoniker unter seiner Leitung den "Prix Rachmaninow" für den bis heute umfangreichsten Aufführungszyklus der Werke Rachmaninows im deutschsprachigen Raum. Auch mit den Dortmunder Philharmonikern, die Feltz seit Beginn der Spielzeit 2013/2014 als GMD leitet, hat Feltz einen Schwerpunkt auf den russischen Komponisten gelegt und nun die 3. und letzte Sinfonie Rachmaninows auf CD eingespielt. Dabei handelt es sich um den Mitschnitt zweier Live-Aufnahmen von 09. und 10. Mai 2017 im Konzerthaus Dortmund.

Rachmaninow komponierte das Werk knappe 30 Jahre nach seiner zweiten Sinfonie im Jahr 1935. Die Uraufführung fand 1936 in Philadelphia mit dem Philadelphia Orchestra unter der musikalischen Leitung von Leopold Stokowski statt, wurde relativ kühl aufgenommen und hat sich bis heute keinen festen Stammplatz im Konzertrepertoire erarbeiten können. Dabei besticht das Werk durch ein insgesamt aufgehelltes Klangbild mit vielen kammermusikalischen Wirkungen und kann mit den spätromantischen Elementen als Alterswerk eines Nostalgikers verstanden werden, der ein Leben lang mit der Sinfonie als Gattung gerungen hat. Der erste Satz beginnt mit einem geheimnisvollen Unisono von zwei Klarinetten, Horn und Solo-Cello, die in der Aufnahme ganz leise aus dem Nichts entstehen, bevor sie von einer aufbrausenden unruhigen Sequenz in eine romantisch anmutende Idylle hinübergleiten, die jedoch immer wieder von Modernismen jäh unterbrochen wird. Durch eine äußerst kunstvoll wechselnde Instrumentation werden direkt im ersten Satz vielfältige Stimmungsmomente eingefangen, die teils beseelte Bilder vor dem geistigen Auge des Zuhörers entstehen lassen. Mit dem zweiten Hauptthema knüpft Rachmaninow direkt an seine zweite Sinfonie an.

Der zweite Satz besteht aus einem romantisch gehaltenen "Adagio", in das sich ein neoklassizistisches Scherzo als Mittelteil schiebt. Feltz versteht es, mit den Dortmunder Philharmonikern die atmosphärische Mannigfaltigkeit, die von einer verträumten Stimmung mit gedämpften Trompeten, einer Harfe, Celesta und Bassklarinette zu dem fast schon überraschend hereinbrechenden Scherzo führen, betörend herauszuarbeiten. Im tänzerischen "Finale" des dritten Satzes scheint Rachmaninow mit einem Fugato den Geist seines Lehrer Tanejew, eines der größten russischen Kontrapunktiker, zu beschwören, bevor schließlich ein Bolero-Intermezzo zu einer Reprise überleitet und den Satz fulminant enden lässt. Der Live-Mitschnitt auf der CD fängt die unterschiedlichen Stimmungen des Werkes wunderbar ein, auch wenn es live im Konzerthaus sicherlich noch eindrucksvoller geklungen haben dürfte.

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Sergej Rachmaninow:
Sinfonie Nr. 3

Dortmunder Philharmoniker
Musikalische Leitung: Gabriel Feltz


Titel:

Sinfonie Nr. 3 in a-moll op. 44
1. Lento - Allegro moderato
2. Adagio ma non troppo - Allegro vivace
3. Finale: Allegro

Gesamtspielzeit: 45:21


dreyer gaido CD 21105



 

Weitere Informationen
www.dreyer-gaido.de




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