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Alles aus Holz: Mozarts Flötenquartette in historischer Besetzung

Mit der Reihe "Baroque Esprit" liegt ein inzwischen bereits umfangreiches Repertoire von Einspielungen der Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert in historischer Aufführungspraxis vor. Zu dieser Reihe gehört auch die Aufnahme von Mozarts Flötenquartetten und dem Andante für Flöte und Orchester in C-Dur. Barthold Kuijken spielt auf der Holzquerflöte mit den Streichern von The Members Of Collegium Aureum die Quartette. Beim Andante begleitet ihn La Petite Bande, eine kleine Streicherbesetzung mit Cembalo.

Der Klang der Holzquerflöte entspricht nicht gerade den heutigen Hörgewohnheiten. Die leisere, ja dumpfere Flöte bleibt zunächst, wie es in der Regel bei historischen Instrumenten der Fall ist, hinter den heutigen Klangerwartungen zurück. Doch paßt das Holzblasinstrument vortrefflich mit den Streichern zusammen und hat einen eigenen, warmen und elegischen Klang zu bieten. Sehr bald entdeckt man die feine und intime Stimmung, mit der diese Aufnahme ganz besonders der kammermusikalischen Gattung des Quartetts zu entsprechen vermag. Sie hebt sich daher ab von der sonst gewohnten Besetzung, in der die Silberflöte eher einen glänzenden Konzertcharakter schafft.

Der Flötist Kuijken spielt wunderbar versonnen vor sich hin, beinahe meditativ, so vor allem im Adagio des Quartetts KV 285. Jederzeit geht eine Ruhe und Ausgeglichenheit von den Quartett-Interpreten aus, gemeinsam wird sehr innig musiziert. Nicht immer bleibt es allerdings aus, daß die Flöte von den intensiv spielenden Streichern überdeckt wird. Dies geschieht vor allem im Andante und Menuetto des Quartetts KV 298, in denen das Holzblasinstrument in der tiefen Lage bleibt und doch etwas matt klingt.

Der Flötist zeigt ein sehr sauberes und bewegliches Spiel auf dem alten Instrument, auch in den schnellen Sätzen. In diesen lebhaften Stücken mag man freilich doch ein wenig die Spritzigkeit und Prägnanz der Silberflöte vermissen. Außerdem könnten hier die vier Musiker, auch gerade im Kontrast zur schönen, warmen Versonnenheit der getragenen Sätze, doch noch etwas an Schwung zulegen.

Ein Kleinod bildet das Andante - Flöte, Streicher und Cembalo klingen äußerst harmonisch zusammen. Die Flöte musiziert fein, ganz ohne Vibrato, dadurch entsteht ein besonderer melancholischer Gestus. Mitunter wird allerdings vom Flötist etwas nachgedrückt auf den Tönen, und das müßte wirklich nicht sein.

Insgesamt liegt eine lohnenswerte Einspielung der Mozart-Quartette und des Andante in historischer Besetzung vor. Durch die vortrefflich zusammenklingenden und innig musizierenden Instrumente entsteht ein feiner, intimer Klang, den man nicht mehr missen möchte. Sicher schätzt man die Silberflöte und wird von dieser Vorliebe auch nicht ablassen, aber diese Aufnahme gewinnt einen ebenso für den besonderen, verhaltenen Charme der Holzflöte.

Von Meike Nordmeyer


Wolfgang Amadeus Mozart:

Flötenquartette in D-Dur, KV 285;
in G-Dur, KV 285a;
in C-Dur, KV - Anhang 171 (285b);
in A-Dur, KV 298;
Andante für Flöte und Orchester in C-Dur, KV 315 (285e).

Barthold Kuijken - Flöte
Members Of Collegium Aureum (Flöten-Quartette)
La Petite Bande (Andante)

Mozart: Flötenquartette - Andante KV 315
Deutsche harmonia mundi 05472 77442 2



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