|
CDs Klassik |
|
|
|
Schostakowitschs 1. Cello-Konzert und Kodalys Cello-Sonate Cellomusik des 20. Jahrhunderts in PerfektionDer Niederländische Cellist Pieter Wispelwey hat mit dieser CD zwei der grossen Werke für Violoncello des 20. Jahrhunderts eingespielt: Zoltan Kodalys Sonate für Cello Solo op. 8 und, gemeinsam mit dem Australian Chamber Orchestra unter der Leitung von Richard Tognetti, das erste Cellokonzert von Dimitri Schostakowitsch. Entstanden ist eine Aufnahme, die in jeder Hinsicht als absolut hörenswert zu empfehlen ist. Bereits der erste Satz des Schostakowitsch-Konzerts begeistert durch wunderbare Präzision in Intonation, Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester und nicht zuletzt in den Tempi. Damit gelingt es, den drängenden Charakter des Satzes in atemberaubender Weise zur Geltung zu bringen. Aber auch die in ihrer Stimmung völlig konträr dazu angelegten, sehr ruhigen Sätze zwei und drei werden auf höchstem Niveau interpretiert. Insbesondere im rein solistischen dritten Satz begeistert Wispelwey, indem es ihm gelingt, Spannungsbögen auch an Stellen, an denen die Musik beinahe zur vollständigen Ruhe kommt, aufrechtzuhalten. Ein fulminant virtuoser Schlusssatz rundet diese Schostakowitsch-Interpretation zu einem wahrhaft beeindruckenden Hörerlebnis ab. Nicht geringer die Begeisterung beim Hören der Kodaly-Sonate. Das Werk, das nahezu das gesamte Klangspektrum des Cellos beansprucht, erlaubt es Wispelwey, mehr noch als das Schostakowitsch-Konzert, seine Vielseitigkeit zum Ausdruck zu bringen. Virtuose Doppelgriff-Läufe und heftige Stakkati in den Allegro-Sätzen werden ebenso überwältigend interpretiert wie die fast schon stoische Ruhe des Mittelsatzes. Beeindruckend ist dabei vor allem, dass es Wispelwey, wie schon in der Schostakowitsch-Kadenz, auch hier wieder gelingt, enorme Spannungsbögen aufzubauen und 30 Minuten wahrhaft fesselnde Cello-Musik zu präsentieren. Die hohe künstlerische Qualität dieser Einspielung wird abgerundet durch eine Aufnahmetechnik und Abmischung, die keine Wünsche offen lässt. Eine hohe räumliche Präzision, die im Schostakowitsch-Konzert den Solisten punktgenau mittig vor einem perlenkettenartig aufgereihten Orchester erscheinen lässt, geht einher mit einer klanglichen Transparenz, die nicht nur Klassik- sondern auch HiFi-Freunden das Herz höher schlagen lässt. Von Tobias Burgsmüller |
Dimitri Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 e-moll op. 107 Allegretto Moderato Cadenza Allegro con Moto Zoltan Kodaly: Sonate für Violoncello op. 8 Allegra Maestoso ma appassionata Adagio Allegro molto vivace Pieter Wispelwey, Violoncello Australian Chamber Orchestra Ltg: Richard Tognetti Channel Classics CCS 15398 |