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Johannes Brahms: Klavierquartette op.26 und op.60 "Mit Köpfchen"Von Bileam Kümper
Ich musste schon ein zweites Mal hinsehen, um festzustellen, dass auf dieser CD nichts von Mozart, sondern etwas von Brahms zu hören ist: von den drei Klavierquartetten, die er im Laufe seines Lebens schrieb, die beiden letzteren. So schlicht und unaufdringlich wie das Cover geben sich auch die ersten Takte der Musik. Hier wie an anderen im Wechsel von Klavier und Streichtrio quasi doppelchörig gesetzten Passagen wird deutlich, wie ausgewogen und gut aufeinander eingespielt das Ensemble ist. Keiner drängt sich in den Vordergrund, der homophone Streichersatz wirkt durch ein zurückhaltendes, vibratoarmes Spiel noch besser an die Klavierabschnitte angepasst. Gerade durch die Fähigkeit, sich in den richtigen Momenten zurückzunehmen, kommen dann aber auch die großen, dramatischen Steigerungen,wie zum Beispiel am Ende des ersten Satzes des c-moll-Quartetts oder die vielen kleinen Höhepunkte voll zur Geltung. Immer wieder fällt die sorgfältige Behandlung der Details auf: so der deutliche Wechsel zwischen Melodie und Begleitung, Haupt- und Nebenstimmen im zweiten Satz des A-dur-Quartetts oder die genaue Phrasierung im dritten Satz, die dem Thema den besonderen Reiz verleiht. Insgesamt macht alles einen sehr durchdachten Eindruck: Dynamik, Phrasierung und Tempoabweichungen werden stets sinnvoll im Dienste des Aufbaus aufeinander abgestimmter Höhepunkte eingesetzt. Die Musik bleibt spannend. Da höre ich gern auch noch mehr als ein zweites Mal hin. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Johannes Brahms (1833-1897): Klavierquartett op.26 A-dur Klavierquartett op.60 c-moll Mozart Piano Quartet: Natalie Chee, Violine Hartmut Rohde, Viola Peter Hörr, Violoncello Tamara Cislowska, Klavier aufgenommen im April 2000 Arte Nova Classics 74321 77075 2 |
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