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nils wogram´s ROOT 70
getting rooted



Höllenwind und volles Leben aus einer Posaune

Von Frank Becker

Er gehört zu den anerkannt besten Jazz-Posaunisten Deutschlands, wenn nicht gar Europas und wird von Labels und Festivals umworben. Sein kompromisslos innovatives, mitreißend dynamisches Spiel ist von der New School in New York und vor allem Albert Mangelsdorff beeinflusst, der einem eigenständigen europäischen Jazz mit Zirkular- und Simultantechnik an der Posaune neue Wege erschlossen hat. Nils Wogram, der mit 31 Jahren noch zur jungen Musikergeneration gezählt werden darf, tritt mit ungeheurer Neugier und Kreativität in diversen Gruppierungen an, darunter Jazzkantine und Underkarl, mit dem Posaunisten Conny Bauer und der Pianistin Aki Takase. In eigenen Formationen hat er, auf internationalen Erfahrungen aufbauend, eine eigene Sprache gefunden.

So mit seinem 2001 gegründeten jungen Quartett „nils wogram´s ROOT 70“, mit dem er 2003 im Hard Studio Winterthur die CD „getting rooted“ aufnahm. So ambivalent der Titel ist, der „angefeuert werden“ wie auch „aufgewühlt werden“ bedeuten kann, ist auch die Musik. Bis auf das straight im West Coast Sound angelegte „introducing the ambassador“ und das fetzige „dragon pearl massage music“ (beide von Hayden Chisholm) sind die Kompositionen auf der CD von Wogram. Er schöpft aus dem Vollen, spielt mit allen Formen und gibt reichlich Raum auch seinen Partnern an Altsaxophon und Bassklarinette (Chisholm), Bass (Matt Penman) und Schlagzeug (Jochen Rückert). Gleichrangig lässt er Chisholm, in dem man am Altsaxophon stets Paul Desmond zu hören glaubt, neben sich agieren. Ob er „klassische“ Soli und Chorusse spielt oder innovativ experimentiert (das kann mit einem Fingerschnipp wechseln wie in „concrete view“) - Wogram fasziniert.

Er spricht, singt, röhrt in sein Instrument, bläst ihm organisches Leben ein, angefeuert oder sanft begleitet von Drummer Rückert und im Zusammenspiel mit Chisholm und Penmans zurückgenommenem Bass wachsend. In „changing directions“ lässt er die Posaune meditativ wie tibetanische Gebetshörner rufen, beschwört die Elemente. „slow motion“ ist erregender Nacht-Jazz, der Bilder regennasser Straßen und sich in Pfützen spiegelnder Leuchtreklamen suggeriert. In „my modem´s world“ zieht Wogram alle Register möglicher Blas- und Überblastechniken, erzeugt Mehrklänge, nähert sich effektvoll Clustern und baut eine Klang-Attacke auf, die dem Hörer einen heißen Wind von Abenteuer und Hölle ins Ohr bläst. „getting rooted“ kann man nicht nebenbei hören, diese irrwitzig gute Scheibe verlangt ganze Aufmerksamkeit.


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nils wogram´s ROOT 70:
getting rooted


Nils Wogram trombone & melodica
Hayden Chisholm altosax & bassclarinet
Matt Penman bass
Jochen Rückert drums

© + (P) 2003 by Werner Aldinger
enja records ENJ 91492

Track List:
1. the yellow hair man 8:33
2. concrete view 7:56
3. introducing the ambassador 8:54
4. quality time 7:22
5. changing directions 7:31
6. slow motion 5:11
7. dragon pearl massage music 4:23
8. wild 13 6:55
9. places I know 5:19
10. my modem´s world 3:47

Total: 66:19

Weitere Informationen unter:
www.nilswogram.com
www.jazzrecords.com/enja




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