|
CDs Jazz etc. |
|
|
|
Joe Cocker
Heart & Soul Mit der Milde des Alters und der Reife der Jahre
Von Frank Becker
In diesem Jahr ist er 60 geworden. Am 27.9., also in wenigen Tagen, bringt er ein neues Album mit alten und ganz alten Titel heraus, das hält, was es verspricht: Heart & Soul. Joe Cocker hat in den Jahren den Blues kultiviert, den er einst dem großen Ray Charles abgeguckt hat. Den lässt er jetzt aus jedem der zwölf Titel perlen, seufzen und klagen. Es sind samt und sonders Coverversionen erfolgreicher Chart-Hits der letzten 30 Jahre. Wenn aber Cocker covert, sind es völlig neue Interpretationen, die dank dem Seelchen, das tief drinnen in diesem knorrigen Mann wohnt und seiner wohl einmaligen Stimme, die den Blues hat, beinahe verbieten, den fast unanständigen Begriff zu verwenden. Joe Cocker hat sich das Recht genommen, 36 Jahre nach seinem Debüt mit einer der berühmtesten Coverversionen der Pop-Geschichte, dem Lennon/McCartney-Titel With A Little Help From My Friends, den Streich zu wiederholen, den beiden Komponisten von damals und vielen anderen Reverenz zu erweisen. Einige von ihnen sind bereits tot, Marvin Gaye und John Lennon erschossen, Nina Simone im Alter von 70 Jahren und Robert Palmer mit nur 43 viel zu jung gestorben. John Lennons Jealous Guy und Paul McCartneys Maybe I´m Amazed sind dabei, Marvin Gaye, dessen Whats Goin´ On er mit großem Streichorchester und Motown-Funk inszeniert und Everybody Hurts, zu denen Steve Lukather feine Gitarrensoli beisteuert. Nina Simones I Put A Spell On You wird durch Eric Slowhand Clapton veredelt und Love Don´t Live Here von Rose Royce, bei dem Trompeter Chris Botti zu Gast ist, bekommt ebenso Cockers Kick. Heute windet er sich nicht mehr in expressiver Verkrampfung, ist ruhiger, abgeklärter, wenn auch nicht weniger emotionserfüllt. So ist Heart & Soul denn auch ein poetisches Album, mit Balladen wie Don´t Let Me Be Lonely (Produzent CJ Vanston als Begleiter einfühlsam an allen Instrumenten), One mit dem Solo-Violinisten Jerry Goodman und großartig Ben E. Kings I Who Have Nothing mit weichen Streichern zu Jeff Becks Solo an der schluchzenden Blues-Gitarre. Ihre Meinung Schreiben Sie uns einen Leserbrief (Veröffentlichung vorbehalten) |
Weitere
Informationen unter:
|