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Chris Botti
When I Fall In Love


Verführung mit Traummusik

Von Frank Becker

Er gilt als einer der besten Jazz-Trompeter unserer Zeit. Er ist jung, er ist schön. Er ist ganz oben. Sein Erfolg, vor allem in den USA, ist seit Jahren verbrieft und ungebrochen. Wer das neue Album des von allen Musen begünstigten Zauberers an den Ventilen hört, wird ihm, seiner Virtuosität und seinem Charme erliegen – Verführung mit Traummusik.

„When I Fall In Love“ ist das Schmuse-Album von Chris Botti betitelt und der Standard von Heyman/Young steht auch auch sinnverwirrend sanft am Anfang. Ich wüsste nicht, wann ich zuletzt (außer vielleicht von Martin Zobel) eine Trompete so zärtlich gespielt gehört habe. Botti gelingt es, seinem Instrument den weichen Klang, das samtene Intonieren eines Flügelhorns zu geben, vom ersten Ton an einen dunkelblauen Teppich mit glitzernden Sternen auszubreiten, über den er seine Zuhörer mit leichter Hand führt, wie einst Peter Pans Tinkerbelle mit ihrem Stab voller Sternenstaub. Paula Cole tritt in „What´ll I Do?“ (Irving Berlin) und bei Jeremy Lubbocks „How Love Should Be“ mit sehnsuchtsvoller Stimme hinzu – perfekt abgestimmt in Sound und Stimmung. Man ist versucht, nach Vergleichen zu suchen. Chet Baker? Art Farmer? Wynton Marsalis? Clifford Brown? – Doch Vergleiche taugen bei Chris Botti ebenso wenig, wie bei all den großen Vorgängern, als Sie die den Olymp eroberten. Auch Chris Botti in seiner sensiblen, herausragenden Könnerschaft ist nur er selbst. Das hebt ihn auf das Podest der Hall of Fame der Jazz-Trompete.

Die intime Jazz-Hour präsentiert „My Romance“ von Richard Rogers und Koehler/Arlens „Let´s Fall in Love“. Ennio Morricones Filmmusik zu „Cinema Paradiso“ adelt Botti mit seinem Sound, Gershwin ist mit dem unter die Haut gehenden „Someone To Watch Over Me“ dabei, Johnsons „Nearness Of You“: ausschließlich der Liebe gewidmete Klassiker. Kongeniale Unterstützung erfährt Botti durch das London Session Orchestra unter Isobel Griffiths, das weicher und anschmiegsamer nicht spielen könnte. Es ist eine Platte voller Highlights, so auch das von Dominic Miller und Sting geschriebene „La Belle Dame Sans Regrets“, in dem Miller als Gitarrist und Sting mit der bekannt spröden Erotik in der Stimme ihr Scherflein beitragen. Eine Vielzahl brillanter Solisten als Sidemen und Toningenieure der ersten Reihe machen aus „When I Fall In Love“ einen Glücksfall. Neben Chris Bottis Version von „One For My Baby“ mit Billy Childs am Piano kann nur die von „Ol´Blue Eyes“ mit dem Orchester Nelson Riddle bestehen. Die Platte kommt genau zur rechten Zeit, um stürmische Herbstabende kuschelig und warm zu gestalten. Für mich die CD des Monats.


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Chris Botti
When I Fall In Love


Chris Botti Trumpet
Paula Cole, Sting, Jill Zadeh Vocals
Shayne Fontayne, Dean Parks, Dominic Miller Guitar
Billy Childs, Greg Phillinganes, Federico Gonzales Peña Piano
Jon Ossman, Brian Bromberg Bass
Alec Dankworth Double-Bass
Billy Kilson, Vinnie Colaiuta, Ralph Salmins Drums
Bob Sheppard Saxophone
Paulinho da Costa PercussionGil Goldstein Accordion

London Session Orchestra unter Isobel Griffiths


Produced by Bobby Colomby

© 2004 Sony BMG Music Entertainment
Columbia 5188412



Track List:
1. When I Fall In Love 4:23
2. What´ll I Do? 5:10
3. No Ordinary Love 6:05
4. My Romance 3:21
5. Let´s Fall In Love 3:40
6. Cinema Paradiso 4:58
7. Someone To Watch Over Me
8. La Belle Dame Sans Regrets 5:32
9. Nearness Of Yoz 3:12
10. How Love Should Be 4:04
11. Make Someone Happy 4:09
12. One For My Baby 4:54
13. Time To Say Goodbye 4:45

Total Time: 58:48

Weitere Informationen unter:
www.chrisbotti.com
www.columbiarecords.com




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