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Badi Assad
Wonderland

Badi hinter den Spiegeln

Von Frank Becker

Badi Assad ist ein Phänomen. Sie ist Brasilien, sie ist Musik, sie ist ein Rätsel. Virtuos begleitet sie sich auf der akustischen Gitarre zu den Liedern ihrer Heimat aus den Federn so berühmter Leute wie Zé Roberto, Chico César und Billy Blanco. Pop- Welterfolgen wie "Sweet Dreams" von Annie Lennox oder "One more kiss, dear" von Peter Skellern gibt sie ein neues Gewand, und eigene Stücke fügt sie nahtlos in den Kontext. Wie eine Alice taucht sie in ein Wunderland, in dem alles auf den Kopf gestellt ist, das sie in den Liner Notes als krank bezeichnet, in eine Welt voller Widersprüche. Mit der Bossa "Acredite ou nao" (Glaub es oder nicht) und "From united states of Piaui" eröffnet sie übermütig temperamentvoll dieses ereignisreiche und vielschichtige Album, das den Fall in die gespiegelte Welt mit "1000 mirrors" dramatisch illustriert.

Die Musik, die sie macht, verzichtet auf Schnörkel, ist so unmittelbar wie ihre Stimme, spröde und anziehend, so persönlich wie die Auswahl der Titel auf diesem Album "Wonderland". Badi Assad sieht sich selbst als Alice, die hinter dem weißen Kaninchen herlaufend in den Schacht der Zeit und Dimensionen fällt. Aber sie fühlt sich sicher, und das klingt aus allen Songs. Badi beherrscht ihr Universum mit zartem Timbre und flinkem Fingerpicking. Für besonderen Genuß sorgen wie z.B. in "Black dove", in "One more kiss, dear" und "O que seria?" die sich umeinander schlingenden Linien ihrer Gitarre und des Kontrabasses von Zeca Assumpção, der wie ein alter ego an ihrer Seite steht. Ganz rührend ist das an den Schluß des Albums gestellte "Estrada do sol" von Tom Jobim, das sie im Alter von sechs Jahren gesungen hat. Ihr Vater Sergio Assad hat es damals mit dem Cassettenrecorder aufgenommen und sie dazu auf der Gitarre begleitet. Ein zauberhaftes Dokument.

Die Arroganz der angeblich Vornehmen prangert sie in der Samba "A banca do distinto" tänzerisch schwungvoll an - als Gast spricht die Lyrikerin Elisa Lucinda Auszüge aus einem ihrer Gedichte. Eines von Badis letzten Alben hieß "The Best of Badi". Das war voreilig, wie damals hier schon vermutet. Badi Assad kann noch mehr. Eine weitere beeindruckende Facette ihrer Vielseitigkeit hat sie jetzt gezeigt. 


    



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Badi Assad
Wonderland

Badi Assad  -  guitar, vocals
Marcos Suzano  -  percussion
Zeca Assumpção  -  double bass
Jaques Morelenbaum  -  cello
Carlos Malta  -  saxophone & flute
Guests:
Seu Jorge  -  vocal (9)
Sergio Assad  -  guitar (13)
Elsa Lucinda  -  recital

Produced by Jacques Morelenbaum

© + (P) 2006 Edge - Deutsche Grammophon - Universal

Track List:
1. Acredite ou nấo   4:23
2. From united states of Piauí   2:29
3. 1000 mirrors   3:42
4. Distantes demais   2:57
5. Sweet dreams   3:18
6. A banca do distinto   3:23
7. Black dove   5:47
8. Zoar   4:07
9. Vacilão   4:08
10. O mundo é um moinho   4:01
11. One more kiss, dear   3:24
12. O que seria?   4:49
13. Estrada do sol   2:50


Total Time:  49:41


Weitere Informationen unter:
www.deutschegrammophon.com/edge
www.badiassad.com




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