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Jürgen von der Lippe
Alles was ich liebe
Vorsicht - zwerchfellgefährdend!!!
Von
Frank Becker
Am
Schluss geht gar nichts mehr. Man ist völlig
fertig – vor Lachen. Nach fast zwei Stunden Spaßmarathon mit "Alles was
ich liebe", der alle Sorgen vertreibt, hat man Jürgen von der Lippe als
echt netten
Kumpel ans Herz gedrückt. Der
Ex-Blattschuss-Barde, Kabarettist, Schauspieler, Parodist, Texter,
Sänger,
Komponist und Musiker (hab´ ich was vergessen?) präsentiert sich als
sympathischer, intelligenter Possenreißer, der sich keine Routine
erlaubt und
dem man auch die derben Scherze nicht übel nehmen kann.
Der
sympathische Spaßmacher ist einer „von uns“, einer der die Augen
überall hat und ein offenes Herz (vom Mundwerk ganz zu schweigen). Die
Texte seiner Sketche und Lieder
handeln in dankenswerter Lippescher Frechheit das ab, was sonst oft nur
hinter
vorgehaltener Hand Thema ist, wie z.B. die Zwerfell erschütternde
Beschreibung
des ersten heimlich gesehenen Porno-Films auf Super 8. Er ist ein König
der Tischgespräche und ein exzellenter
Beleidiger („Wer hat sie denn geschminkt – Stevie Wonder?“). Und Udo
Jürgens singt er ein Lied hinterher, das der glatt zu schreiben
versäumt hat - köstlich.
Ob
er von über
70-jährigen Nudisten (beiderlei Geschlechts) beim Beach Volley Ball
erzählt,
die ihn verstört zurück lassen oder darüber reflektiert, dass es ja
eigentlich
egal ist, ob man als Raucher wegen verteerter Lungen oder als
Nichtraucher
wegen Fettleibigkeit 10 Jahre früher stirbt, man kann mit Jürgen von
der Lippe den ganz
normalen Aberwitz kennen lernen. Als Fachmann in Benimm-Fragen hilft er
Erika
von Pappritz, indem er die Lösung dafür hat, wie man einer Dame
klarmacht, daß ihr Kleid in der Pofalte klemmt oder seinem Nachbarn
beibringt,
dass er nach Schweiß riecht: „Haben sie auch die Angewohnheit, nach dem
Sex zu
duschen? Ja? Dann sollten sie mal wieder ficken!“. Bei Jürgen von der
Lippe ist
das nicht anstößig.
Er
ist, wie in einem seiner kleinen Lieder besungen, ein "Leidverzehrer
und Sorgenplätter", der sich nicht besser macht als sein Publikum. Der
Sportablehner stellt fest: "Es gibt nur zwei Sorten Klippenspringer:
die guten und das Zeug auf den Felsen..." Daß ausgerechnet der
Religionslehrer in der Schule das Spiel erklärt, für das er gesperrt
ist, findet er ebenso interessant, wie die Frage, wie viele Finger der
Produzierenden wohl in der Wurst landen "Auch in Soja-Wurst, liebe
Vegetarier!". Herrliche Parodien auf Freddy Quinn und andere Stars der
60er, sowie der Zwergendialog zwischen Peter Maffay und Helge Schneider
krönt die heitere Pointen-Parade. Sowas tut mal richtig gut!
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Jürgen von der Lippe
Alles was ich liebe
Produziert von Thomas Kukuck und Hans-Jürgen Dohrenkamp
© 2004 BMG Berlin Musik GmbH
Titel-Liste:
1. Nackt Grillen 6:51
2. Ein bisschen Kritik 4:46
3. Alkohol am Steuer 3:40
4. 3 Birken 3:17
5. Benimm 13:38
6. Ansage 1:02
7. Ich mache die ein Liebeslied 1:59
8. Hochwürden und der Zweifel 3:30
9. Macken 0:59
10. Der Haltgewährer 2:10
11. Porno rückwärts 11:52
12. Ansage 0:55
13. Oh Tannenbaum 1:37
14. Ansage 0:48
15. Dat is normal 2:26
16. Frauen reden immer 8:45
17. Die Magie der Harmonie 2:28
18. Peter erzählt Helge einen
Zwergenwitz 2:48
19. Meine Poesie der Liebe 2:11
Gesamtzeit: 1:16:49
Weitere Informationen unter:
www.prisma-5.de
www.juergenvonderlippe.de
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