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Madredeus
Electronico
Um Amor Infinito




Von portugiesischer Seele

Von Claudia Heib

Madredeus ist möglicherweise die erfolgreichste Gruppe aus Portugal - und ihre Verbreitung hält an. 1985 wurde sie von zwei Mitgliedern anderer in Portugal bekannter Formationen (Hérois do Mar und Sétima Legiao) ins Leben gerufen. Seinerzeit endete die Suche nach einer geeigneten Stimme in einem Fado-Lokal im Bairo Alto, der Altstadt Lissabons. Die damals minderjährige Teresa Salgueiro trägt heute einen großen Teil zur wachsenden Berühmtheit der Gruppe bei. Ihre klare und eindringliche Sopranstimme passt genau zu der vermittelten Stimmung der Musik, die die portugiesische Seele widerspiegelt. Der Name der Band leitet sich von einem Proberaum im Konvent der „Madre de Deus“ im Osten Lissabons ab. Der Stil der Formation ist die geschickte Verbindung zwischen „Veränderung und Erbe“ (mudanca e heranca), zwischen Zeitgenössischem und Tradition. Viele Songs entstehen bei Madredeus anfänglich aus Improvisation. Die Texte orientieren sich an Themen rund um die Seelenliebe oder die Beschreibung von Lissabon oder greifen Motive aus der portugiesischen Lyriktradition auf.

Die musikalische Öffnung der Gruppe hin zur elektronischen Musik erfolgte erstmalig auf der vorherigen CD „Electronico“. Jeder Song dort hat seine individuelle Note von rhythmisch schwebend über „Easy Listening“ bis hin zum weichen „Trance Ambient“. Neu ist der Einsatz von digitalen Drums und (bei einem Stück) Schlagzeug, aber der bekannte Grundstil der Gruppe ist beibehalten. Die Drums bewegen sich deshalb auch unterhalb der Schwelle zur Tanzbarkeit. Stilistisch ist alles eine perfekte und sensible Mischung aus aktuellen elektronischen Mixes und traditionsorientierten Kompositionen. Die Lieder behalten auch hier eine bestechende Tiefe und beeindrucken durch ihre ernsten Botschaften und durch ihre gesamte Ästhetik. Anspruchsvolle U-Musik, die sich als etwas Außergewöhnliches einprägt.

Auf ihrer aktuellen CD „Um amor infinito“ kehrt Madredeus zu den Klängen zurück, die das Besondere dieser fast schon zeitlosen Musik ausmachen. Traditionell und klassisch anmutende Elemente beim Rhythmus, dem Einsatz der Instrumente, dem Gesang und ihrer Gesamtstimmung werden mit zeitgemäßer Balladenstruktur vermischt. Auf Schlaginstrumente wird verzichtet. Die Balladen sind tendenziell elegisch, von melancholischer Natur und ruhig fließend. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem charakteristischen Zusammenspiel zwischen der Sopranistin und einigen wenigen Saiteninstrumenten wie akustischer Bassgitarre, klassischer Gitarre sowie der „Guitarra“ (einer portugiesischen Entwicklung, die nicht mit der spanischen Gitarre verwechselt werden darf). Synthetische Blasinstrumente ergeben einen Soundteppich, der dezent im Hintergrund bleibt; ihr punktueller Einsatz untermalt die ruhige, elegische Stimmung, ohne tonangebend zu wirken. Eine globale Musik, ein einmaliges Konzept, und allein das kann schon motivieren Portugiesisch zu lernen.


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Madredeus:
Electronico


© 2002 EMI-Valentim de Carvalho. SA. 724353989521




Madredeus:
Um amor infinito


© 2004 2004. EMI/Capitol 724357970525




Madredeus:

Teresa Salgueiro - Gesang
Pedro Ayres Magalhaes - Portugiesische Gitarre
José Peixoto – klassische Gitarre
Fernando Júdice – akustische Bassgitarre

Weitere Informationen unter:
www.madredeus.net




Da capo al Fine

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